„Kein anderer Bereich in Gießen hat eine so starke Ausstrahlungswirkung auf das restliche Stadtgebiet und die umliegenden Gemeinden wie die Innenstadt. Dies gilt mit Blick auf die Freizeitgestaltung, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht. „Wir werden deshalb alles daran setzen, dass auch in Zeiten eines massiven Strukturwandels und den noch nicht abschließend erkennbaren Folgen der Corona-Pandemie Arbeitsplätze gesichert und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter erhöht wird“, so der Vorsitzende der CDU Gießen Mitte, Frederik Bouffier. Die Gießener Christdemokraten haben hierfür einen umfassenden Maßnahmenkatalog beschlossen, der neben der Innenstadt innerhalb des Anlagenringes vor allem auch die Weiterentwicklung des Lahnufers in den Fokus rückt.

So plädiert die Gießener Union etwa für die Schaffung von Co-Working Spaces, eine stärkere Förderung des sog. „Flächenteilens“, die Etablierung eines hybriden Einkaufsmodells, den Zusammenschluss des gesamten innerstädtischen Handels auf einem „Online Marketplace“ samt Aufbau eines anreizbasierten Rabattmodells sowie die Erweiterung gastronomischer Angebote. „Für uns ist ganz klar, wir stehen an der Seite des Einzelhandels. Um dem voranschreitenden innerstädtischen Leerstand entgegenwirken zu können, braucht es aber einen ausgewogenen Branchenmix aus Gastronomie, Handwerk, Einzelhandel- und Dienstleistungsbetrieben. Wir wollen nicht gegen die betroffenen Akteure Entscheidungen fällen, sondern diese bestmöglich einbinden und werden deshalb den runden Tisch „lebenswerte Innenstadt der Zukunft“ ins Leben rufen, erklärt Vorstandsmitglied Dominic Eser.

Alle Unterstützung und Förderung des Innenstadthandels setze jedoch auch voraus, dass diese auch in Zukunft gut erreichbar bleibe und die Kunden nicht daran gehindert würden, den Weg in die Innenstadt überhaupt erst zu finden. Die Innenstadt sei schon jetzt ein Bereich mit reduziertem Autoverkehr. Die Absicht von SPD und Grünen, den PKW-Verkehr faktisch aus der Innenstadt auszusperren, Parkplätze zu verhindern oder zu reduzieren und den Anlagenring teilweise zu sperren und zur Fahrradstraße zu machen, sei das genaue Gegenteil zur Unterstützung der Innenstadt.
Besonderes Augenmerk verdienen aus Sicht der Gießener Union auch der Brand-, Markt, -und Kirchenplatz. Während am Marktplatz die Aufenthaltsqualität durch Schaffung eines einheitlichen baulichen Ensembles mittels Erhaltungs- und Gestaltungssatzung, Begrünung von Haltestellen und Erweiterung der Außengastronomie erhöht werden soll, soll der Brandplatz zu einem echten „Platz der Begegnungen“ entwickelt werden. „Wir wollen schnellstmöglich prüfen, ob der Bau einer Tiefgarage, in der neben Dauerstellplätzen für Anwohner eine erhebliche Anzahl der Fläche mit der Infrastruktur für moderne Antriebsformen, wie etwa E-Ladesäulen, ausgestattet werden soll, realisiert werden kann. Den oberirdischen Bereich wollen wir an marktfreien Tagen für die Außengastronomie öffnen“, so Bouffier.

Den Theaterpark wiederum wollen die Christdemokraten stärker in den städtischen Veranstaltungsplan miteinbeziehen: „Unter Berücksichtigung des Naturschutzes und in enger Abstimmung mit dem Stadttheater beabsichtigen wir die Etablierung temporarer Events. Gerade in den Sommermonaten würden Veranstaltungen wie das „Parkkonzert am Sonntag“, „Kunst im Park“ oder Theateraufführungen unter freiem Himmel die Aufenthaltsqualität erheblich steigern“, führt Vorstandsmitglied Kathrin Schmidt aus.
Einen ganz wichtigen Baustein in der Entwicklung der Innenstadt stellt für die Gießener Union der Ausbau des Lahnufers dar. „Die Lahn fristet leider immer noch ein Schattendasein. Wir wollen unseren Fluss endlich stärker in das Stadtbild integrieren“, erklärt Bouffier. Kathrin Schmidt ergänzt: „Unter Berücksichtigung des Naturschutzes wollen wir eine promenadenähnliche Gestaltung des Lahnufers erreichen, bei der neben festen Liege- und Sitzmöglichkeiten, Sport- und Spielplätze entstehen, aber auch Flächen für die Ansiedlung weiterer Außengastronomie vorgehalten werden.“

„In unserer Innenstadt steckt großes Potential. Es wird Zeit, dass wir es endlich voll ausschöpfen“, so Bouffier abschließend.

« CDU plant einen Rad-Ring in Gießen Digitalisierungsoffensive: Jetzt! »