Der Stadtverband der CDU plant eine Ausweitung des Radwegenetzes, ohne den Anlagering für die Autofahrer teilweise zu sperren. „Da der Anlagenring als Hauptverteiler des Verkehrs wie eine Hauptschlagader der Stadt fungiert, erscheint es gewagt zu planen, die eigene Hauptschlagader ohne Grund abzudrücken“.

Die Forderung vieler Gießener Parteien, den Anlagenring zur Hälfte ausnahmslos dem Radverkehr zur Verfügung zu stellen, lehnt die CDU entschieden ab. Die Verkehrsdichte, die vielen Kreuzungs-und Einmündungsbereiche und Ampelsituationen, die Zufahren zu den Parkhäusern sowie der Bus- und Schwerlastverkehr auf diesen Straßen würden sich nicht mit teilweisen Sperrungen dieser so bedeutenden Straße vertragen. Radfahrer würden sich ohnehin lieber Strecken mit weniger Verkehr und weniger Ampeln suchen. Es gebe Strecken, die z. B. aus dem Uni-Campus im Schiffenberger Tal bis ins Sandfeld mit nur einer Ampel zu bewältigen seien. Solche Nebenstrecken sollten stärker für Radfahrer ausgebaut werden. Es könne so ein Rad-Ring parallel zum Anlagenring entstehen, der Fahrradfahrer schneller und gefahrloser ans Ziel bringe als über den Anlagenring. Dabei könne mit der Steinstraße im Norden, den Lahn-Radweg im Westen, an der Wieseck entlang im Süden und im Osten der Ringallee als wichtigste Straßen ein Radwegenetz aufgebaut werden, der den Bedürfnissen der Radfahrer besser entspreche als eine Fahrt über den Anlagenring.

„Natürlich muss dieser Rad-Ring durch sternförmige Wege nach innen und außen ergänzt werden.“, so Martin Schlicksupp. „Ziel muss es sein, auch die Vororte über attraktive Wegeverbindungen an die Stadt anzubinden, damit mehr Menschen das Fahrrad für sich entdecken und gefahrlos in der Stadt unterwegs sein können.“ so Schlicksupp weiter.
In die Innenstadt hinein und durch diese hindurch sollten die Neuen Bäue, der Asterweg oder auch die Bahnhofstraße zu Fahrradstraßen umgewandelt werden. Geprüft werden könnte zudem die Alicenstraße durchgehend von der Ludwigstraße bis zur Bahnhofstraße. Hier erneuert die CDU ihren Vorschlag, eine sichere Kreuzungsmöglichkeit für Radfahrer über die Frankfurter Straße zu schaffen und die Fußgängerampel hierzu an den Kreuzungsbereich zu verlegen. Verwundert zeigte sich die CDU von einigen Monaten jedoch darüber, dass die von Bürgermeister Peter Neidel (CDU) bereits angestoßene Planung zur Umgestaltung der Neuen Bäue zu einer Fahrradstraße ausgerechnet von einem grünen gefügten Dezernat gestoppt wurde.

„Wir werden das Radwegenetz auch in den nächsten Jahren konsequent ausbauen.“, so der CDU-Vorsitzende Klaus Peter Möller. „Mit der Errichtung der neuen Konrad-Adenauer-Brücke, die beidseitig Rad- und Fußwege erhält, wird eine weitere Radwegeverbindung nach Gießen-West und Heuchelheim geschaffen, die in Verlängerung durch die Schützenstraße bis zur Bahnhofstraße geführt werden sollte“, so Möller weiter. „Ziel müsse sein, dass Radfahrer zügig und sicher von A nach B durch die Stadt gelangen können.“ dies müsse nicht immer auf dem kürzesten Weg erreicht werden, wohl aber auf dem sichersten. Gießen habe einen begrenzten Straßenraum zu Verfügung, das müsse akzeptiert und zur Grundlage jeder Planung gemacht werden. Hierauf aufbauend wäre rein baulich und räumlich gesehen an einzelnen Stellen die Schaffung separater Radfahrspuren nur um den Preis zu erreichen, dass Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausgespielt würden. Die CDU strebe aber an, das Radverkehrsnetz weiter auszubauen, ohne dass es zu massiven Eingriffen in den Verkehrsfluss kommt. Dies gelang schon in den vergangenen Jahren, wo das von Bürgermeister Neidel geleitete Dezernat viele Kreuzungsbereiche radfahrergerecht umbauten, ohne dass der Verkehrsfluss spürbar einschränkt wurde.

Ergänzt würde dieser Plan durch die Schaffung weiterer sicherer Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an den bekannten Knotenpunkten und dort, wo erhöhter Bedarf bestehe.

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